Quinoa, Soja & Co: Und wo bleibt das Gemüse?

Vegetarische und vegane Ernährung ist im Trend – mehr und mehr Menschen entscheiden sich dafür. Dabei spielen persönliche Unverträglichkeiten ebenso eine Rolle wie Lebensmittelskandale oder der Wunsch, Tiere, Natur und Umwelt zu schützen und gleichzeitig mehr für die die eigene Gesundheit zu tun.

Allerdings ist vegetarisch nicht gleich vegetarisch und vegan nicht gleich vegan. Auch als Vegetarier und Veganer ernährt man sich nicht zwangsläufig „gesund“. Vegetarier sind nicht automatisch schlank und auch Veganer können unter Übergewicht leiden. Der Grund: Schokolade, Puddings, Schnitzel oder Pizza mit Sojamilch oder -käse, vegane Kekse, Erdnussbutter oder andere Fertigprodukte - fast alle ungesunden Lebensmittel gibt es auch in der tierfreien Variante.

Auch wenn die Zubereitung an sich nicht kompliziert sein muss – clever und ausgewogen vegetarisch oder vegan essen erfordert ein wenig „Köpfchen“. Auch damit kein Nährstoff zu kurz kommt. Denn manche lebensnotwendigen Stoffe kommen entweder ausschließlich in tierischen Produkten vor oder können nur aus dieser Quelle vom Körper optimal aufgenommen und verwertet werden. Wer komplett auf tierische Produkte verzichtet, geht deshalb das Risiko ein, nicht ausreichend mit Eisen, Calcium, Jod, Zink, Vitamin B2, Vitamin B12, Vitamin D und langkettigen Omega-3 Fettsäuren versorgt zu sein. Daher raten viele Experten von einer rein veganen Ernährung sogar schlichtweg ab - in jedem Fall bei Kleinkindern und Schwangeren.

Um eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß müssen sich Veganer nicht so große Sorgen machen. Denn Eiweiß kommt in mehr pflanzlichen Lebensmitteln vor als man meint, zum Beispiel in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Kichererbsen, Linsen, aber auch in Nüssen. Diese Lebensmittel sind überall erhältlich und außerdem noch günstig, lecker und vielseitig einsetzbar. Ein Grund mehr, dass Gemüse und Obst im Mittelpunkt stehen sollten, auch bei vegetarischer und veganer Ernährung.

Um die Vielfalt von Obst und Gemüse für sich zu entdecken, muss natürlich nicht jeder Vegetarier oder Veganer werden. Ein vegetarischer Tag pro Woche kann schon ein Anfang sein, um neue Gemüse kennen zu lernen und neue Rezepte zu entdecken. Ein einfacher Weg, um es dauerhaft auf die empfohlenen fünf Portionen Gemüse und Obst zu schaffen. Wann, wenn nicht jetzt, denn wann sonst gibt es eine so reiche Auswahl an frischem Gemüse und Obst?

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