Vitamine als Trendsetter?

Vitamine über Vitamine. Die meisten Lebensmittel sind deshalb supergesund – wenn man der Werbung glaubt. Doch laut einer aktuellen Studie der Verbraucherorganisation foodwatch führen Lebensmittelhersteller die Verbraucher mit Gesundheitswerbung häufig in die Irre. Denn 90 Prozent der untersuchten Lebensmittel, für die mit ihrem Vitamingehalt geworben wird, sind trotzdem ziemlich ungesund.

Vom Fruchtgummi über Powerdrinks bis hin zu Milchprodukten: Zwar wird auf der Verpackung mit Vitaminen geworben, dennoch sind die Produkte einfach zu süß, zu fettig oder zu salzig und entsprechen damit nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgewogene Lebensmittel. Der Trick: Die Lebensmittelindustrie setzt ihren Produkten die Vitamine meist künstlich zu. Das ist günstig, verbessert das Image und lässt so die Kasse klingeln.

Und vor allem: es ist völlig unnötig. Denn die allermeisten Menschen in Deutschland sind mit Vitaminen ausreichend versorgt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt in einigen Fällen sogar vor einer Überdosierung und rät von einer Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin A und Vitamin D grundsätzlich ab.

foodwatch forderte nun eine gesetzliche Regelung, nach der nur noch solche Produkte mit Gesundheitsbotschaften beworben werden dürfen, die den WHO-Kriterien für ausgewogene Lebensmittel entsprechen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel.

Was wir in jedem Fall tun können: den eigenen Verstand benutzen. Lassen wir uns nicht verunsichern, wir könnten zu wenig Vitamine abbekommen. Schauen wir auch auf’s Kleingedruckte beim Griff zu Fertigem aus Tüte, Becher und Dose. Und greifen wir doch lieber einmal mehr zu saftigen süßen Beeren, knackigen Karotten oder zu 100% Saft. Unser Körper dankt es uns – und der Geldbeutel vielleicht auch.

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