Kostenfreies Pausenobst für Kids – das bringt‘s

Seit 2009 gibt es das Schulobst- und -gemüseprogramm der EU – und seit der Zusammenlegung mit dem Schulmilchprogramm beteiligen sich auch in Deutschland 12 Bundesländer daran. Insgesamt 26 Mio. Euro können sie dafür pro Jahr von der EU beanspruchen, damit Grundschüler mehr Obst und Gemüse essen. Wir finden das Programm super, denn bereits 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen gelten bei uns als übergewichtig, 6,3 Prozent sogar als fettleibig – und das kann nur mit einer fett- und zuckerärmeren Ernährung in Kombination mit mehr Bewegung ausgeglichen werden.

Inwieweit Schulfruchtprogramme dazu beitragen können und wie hoch die sinnvollste Frequenz für die Lieferungen ist, diese Fragen stellte sich kürzlich ein Team aus Experten der Universität Bonn und der Universität Koblenz-Landau vor dem Hintergrund, dass vor einigen Jahren in Nordrhein-Westfalen die Verteilung von fünfmal pro Woche auf dreimal reduziert wurde, um mehr Schüler erreichen zu können.

Und ja, laut den Ergebnissen können Schulobstprogramme das Ernährungsverhalten der Kinder positiv beeinflussen, auch langfristig. Für die Studie waren die teilnehmenden Kinder in Gruppen mit verschieden häufigen Schulobstlieferungen aufgeteilt worden, und es zeigte sich, dass die Kinder, die mehrmals pro Woche in der Schule Obst und Gemüse erhalten, ihr Ernährungsverhalten auch zuhause geändert und auch an schulfrucht-freien Tagen mehr Obst und Gemüse verzehrt haben.

Am offensichtlichsten war der positive Effekt der Schulfrüchte bei Kindern in offenen Ganztagsschulen, die zweimal in der Woche Früchte erhielten. Doch obwohl so bei gleichem Budget mehr Kinder erreicht werden könnten, wird eine weitere Reduzierung der Lieferungen nicht als sinnvoll angesehen – vor allem weil damit nicht alle teilnehmenden Kinder gleichermaßen unterstützt werden.

Unser Standpunkt vom 5 am Tag-Verein: auch Bund und Länder sollten mehr Geld in die gesunde Ernährung unserer Schülerinnen und Schüler investieren, weil Obst und Gemüse an alle Schulen gehört. Und vor allem fragen wir uns, warum es immer noch Bundesländer gibt, die wegen angeblicher bürokratischer Hürden eine Beteiligung am Schulprogramm ablehnen. Was in NRW seit Jahren erfolgreich funktioniert, sollte doch auch in Hamburg klappen – vorausgesetzt, man will.

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