Obst und Gemüse als Kostensenker für unser Gesundheitswesen?

Seit 40 Jahren gibt es den Weltvegetariertag. Immer am 1. Oktober dreht sich alles um Obst und Gemüse und ihre positiven Effekte auf die Gesundheit, Tierwohl und Klima. In Deutschland leben mittlerweile 10 Prozent der Bevölkerung vegetarisch, das entspricht rund 8 Millionen Menschen. Von diesen sind 1,3 Millionen Veganer, eine Gruppe, die in den letzten Jahren ganz besonders deutlich gewachsen ist. 

Studien zeigen, dass Vegetarier seltener an Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz- und Gefäßerkrankungen, Übergewicht sowie Magen- und Darmerkrankungen leiden als Nicht-Vegetarier. Nicht eindeutig belegen lässt sich, dass dies nur und ausschließlich auf die Ernährungsweise zurückzuführen ist.  Viele Vegetarier pflegen grundsätzlich eine gesündere Lebensweise, bewegen sich mehr als der Durchschnitt, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol. 

Wäre es also durch ein veränderte Ernährungsverhalten und einen anderen Lebensstil langfristig möglich, größere Einsparungen im Gesundheitswesen zu realisieren? Die Potenziale sind jedenfalls üppig: Auf rund 17 Milliarden Euro schätzt eine Studie von Unternehmen und Hochschulen aus dem Jahr 2015 die möglichen Einsparpotenziale, vor allem bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Karies, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und Übergewicht sowie diversen Krebserkrankungen. Zusätzliche Einsparpotenziale sehen Experten in den Folgekosten von Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes, also zum Beispiel gewichtsbedingter Arthrose.  

Insbesondere beim Thema Gewicht geben neuere Zahlen zu denken: So stellte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem Ernährungsbericht 2017 fest, dass die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland weiterhin zunimmt. 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig, immer mehr Übergewichtige sogar adipös. Um hier gegenzusteuern, empfehlen Fachgesellschaften wie die DGE daher, energiereiche Lebensmittel wie Süßwaren, Softdrinks und fetthaltige Fertiggerichte nur in Maßen zu verzehren. Als Alternative sollten Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und vor allem viel Gemüse und Obst auf dem Speiseplan stehen.  

Vielleicht ist der Weltvegetariertag 2018 für Sie ein Impuls, Ihre Ernährung auf den Prüfstand zu stellen. Wenn Sie nicht ganz auf Fleisch verzichten möchten, können Sie stattdessen auf eine ausgewogene Mischkost umsteigen. Mit den 10 Regeln der DGE, zu denen unter anderem fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag gehören, fällt das leichter, als Sie denken. Und es schmeckt lecker!

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