Pressemitteilung

5 am Tag-Kampagne feiert 10jähriges: 40 Prozent der Deutschen kennen die 5 am Tag-Kampagne, jeder Vierte das 5 am Tag-Logo


Vor 10 Jahren gründeten Gesundheitsorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Krebsgesellschaft die 5 am Tag-Kampagne für Deutschland. Dass Obst und Gemüse grundlegende Bausteine einer ausgewogenen Ernährung sind, war zwar bereits vorher bekannt. Warum dem so ist und wie man Obst und Gemüse geschickt in den Tagesablauf einbindet – diese Informationen finden erst mit dem Entstehen der 5 am Tag-Kampagnen in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern ihren Weg in die breite Öffentlichkeit (www.machmit-5amtag.de). „Informieren ist wichtig. Wenn die Vorteile einer obst- und gemüsereichen Ernährung immer wieder herausgestellt werden, verankert sich diese Botschaft in den Köpfen der Menschen“, erläutert Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Um das Verhalten der Menschen zu verändern, sind passende Angebote für die verschiedenen Verbrauchergruppen wichtig. Diese Angebote müssen überall dort zugänglich sein, wo Menschen einkaufen und essen. „Immer mehr Menschen – auch Kinder und Jugendliche – versorgen sich außer Haus. In Kantinen und Cafeterien müssen deshalb verstärkt Obst und Gemüse frisch und ansprechend präsentiert werden, damit die Gäste zugreifen. Für den Pauseneinkauf gehören vorbereitete Angebote wie Salate und vorgeschnittene Früchte in das Sortiment von Supermärkten, Bäckereien und Kiosken“, erläutert Helmuth M. Huss, Sprecher des Vorstands des 5 am Tag e.V.

Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt als sicher

Über die Effekte von Obst und Gemüse gibt es inzwischen eine Vielzahl an Studien. Insbesondere die vorbeugenden Effekte von Obst und Gemüse bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in wissenschaftlichen Kreisen unbestritten. „Es liegen zahlreiche, auch epidemiologische Studien vor, die belegen, dass Menschen, die viel Obst und vor allem Gemüse essen, seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Und auch anderen Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck kann durch eine obst- und gemüsereiche Ernährung vorgebeugt werden“, so Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. In Bezug auf die Prävention von Krebserkrankungen ist die Studienlage eher gemischt: „Hier hängt es davon ab, um welche Krebsform es sich handelt. Da Obst und Gemüse ballaststoffreiche und energiearme Lebensmittel darstellen, sind präventive Effekte bei Tumoren, die mit Ballaststoffen und Übergewicht zusammenhängen, wie z.B. Darmkrebs möglich. Bei der Prävention hormonell bedingter Krebserkrankungen hingegen ist der Effekt von Obst und Gemüse als eher gering einzuschätzen“, erläutert Professor Dr. Heiner Boeing von Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE) in Potsdam.

Schulfruchtprogramme wichtig für Ernährungsbildung

Ein weiterer wichtiger Effekt einer obst- und gemüsereichen Ernährung ist die einfache Regulierung des Gewichts. „Obst und Gemüse weisen eine geringe Nährstoffdichte auf, aber sie sind volumenreich. Damit führen sie schnell zu einem Gefühl der Sättigung. Und sie sind – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kalorienarm. Wem es gelingt, dauerhaft die empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, isst meist automatisch weniger von anderen, oft kalorienreichen Lebensmitteln. Nahrungsergänzungsmittel haben diese Effekte nicht und werden daher von der 5 am Tag-Kampagne als Ersatz von Obst und Gemüse abgelehnt“, so Oberritter.

Angesichts alarmierender Zahlen über die Gewichtszunahme bei Kindern und Jugendlichen und den daraus resultierenden Folgeerkrankungen engagiert sich die 5 am Tag-Kampagne besonders intensiv für eine bessere Versorgung mit Obst und Gemüse bei Kindern und Jugendlichen. „Eines unserer wichtigsten Ziele ist die Einführung eines flächendeckenden Schulfruchtprogramms. Hier haben wir in einigen Bundesländern erste Etappenziele erreicht und arbeiten nun daran, diesen Erfolg weiter in die Breite zu tragen“, so Huss. Die Fokussierung auf Kinder und Jugendliche hält auch Professor Dr. Anja   Kroke von der Hochschule Fulda für wichtig. Die auf Präventionsstrategien in der Ernährung spezialisierte Wissenschaftlerin ist der Meinung, dass bereits Kinder die 5 am Tag-Regel verinnerlichen sollten: „In jungen Jahren wird das Ernährungsverhalten maßgeblich geprägt. Krippen, Kindertagesstätten und Schulen haben deshalb die wichtige Aufgabe, hier die Grundlagen zu schaffen, indem sie Obst und Gemüse in das Verpflegungsangebot aufnehmen.“

 

Engagement der 5 am Tag-Kampagne weiterhin wichtig

Unter Experten besteht weltweit Konsens, dass Obst und Gemüse allein schon wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wichtige Bausteine unserer Ernährung sind. „Zwar wurde – so das Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II – die Empfehlung der DGE zum Obstverzehr (250 Gramm/Tag) im Mittel fast erreicht, dennoch blieben 54 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer unter dem Richtwert. Das heißt, dass ein Teil der Bevölkerung reichlich, die Mehrheit aber deutlich zu wenig Obst aufnimmt“, so Oberritter und weiter: „Besonders kritisch beurteilen die Forscher den Gemüseverzehr der Deutschen: Im Mittel wurde nur etwa die Hälfte der DGE-Empfehlung (400 Gramm/Tag) erreicht.“

Angesichts dieser Zahlen hat die 5 am Tag-Kampagne nach wie vor eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Erste Etappenziele sind inzwischen erreicht: Die Botschaft „5 am Tag - Obst und Gemüse“ kennen fast die Hälfte der Verbraucher. Jeder Vierte kennt das Logo der Kampagne, die von der Europäischen Union und dem Bundesernährungsministerium gefördert wird. „Das Ziel, den individuellen Verzehr von Obst und Gemüse auf 650 Gramm pro Tag zu steigern, ist näher gerückt, aber noch nicht erreicht. Wir arbeiten daran, dass wir ihm in 10 Jahren deutlich näher sind “, so Huss.