Pressemitteilung

5 am Tag-Kampagne zieht erste Zwischenbilanz zur Einführung des EU-Schulobstprogramms in Rheinland-Pfalz: „Die Kinder warten jede Woche auf die Lieferung!“


Knapp zwei Monate nach dem Start des von der Europäischen Union geförderten Schulobstprogramms in Rheinland-Pfalz zeigen sich Schulen, Lieferanten und das Landwirtschaftsministerium zufrieden mit dem bisherigen Ablauf. Die Schulen unterstreichen die hohe Akzeptanz des Programms bei Schülern und Lehrern, die Lieferanten die nach der Startphase unkomplizierte Logistik. Das mit der Koordination beauftragte Landwirtschaftsministerium stellt heraus, dass es bislang seitens der Schulen und der Lieferanten eine überwiegend positive Resonanz gegeben habe. Der geplanten  Ausweitung des Programms im kommenden Schuljahr auf über 1.100 Schulen mit insgesamt rund 170.000 Schülerinnen und Schülern sieht man daher recht gelassen entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt der 5 am Tag e.V. nach Gesprächen mit den am rheinland-pfälzischen Schulobstprogramm beteiligten Partnern.

Mannheim, 11.05.2010 - Die bisherigen Rückmeldungen zur Einführung des EU-Schulobstprogramms aus Rheinland-Pfalz bestätigen die Erfahrungen, die der 5 am Tag e.V. bei dem im Auftrag des Bundesernährungsministeriums in 2009 durchgeführten Pilotprojekt gesammelt hat. „Wir hoffen, dass in Nordrhein-Westfalen und Bayern das Programm auf eine ähnlich positive Aufnahme stößt und dass diese Rückmeldungen noch diejenigen Bundesländer überzeugen, die einer Einführung von Schulfruchtprogrammen kritisch gegenüberstehen“, so Helmuth M. Huss, Sprecher des Vorstands des 5 am Tag e.V., der die aus Mitteln der Europäischen Union und des Bundesernährungsministeriums finanzierte Ernährungskampagne 5 am Tag verantwortet.

Für die Schüler eine Bereicherung des Schulalltags

Seit Anfang März werden in Rheinland-Pfalz rund 250 Schulen mit insgesamt 35.000 Schülern einmal pro Woche mit frischem Obst und Gemüse beliefert. „Unsere Schule erhält wöchentlich zwei verschiedene Obst- oder Gemüsearten. Zusätzlich erhalten wir detaillierte Informationen über die Früchte, zum Beispiel woher sie kommen und wie wir sie am besten zubereiten. In der Klasse schneiden wir die Früchte gemeinsam mit den Kindern klein, so dass alle von beidem probieren können. So bekommen sie einen besseren Eindruck von der Vielfalt der Früchte“, erklärt Anette Frankmann-Mendonca, Schulleiterin der Hainbachschule Hochstadt. Silke Thrun, Stellvertretende Rektorin der Stresemannschule in Kaiserslautern,  hat ebenfalls feste Rituale eingeführt, um den Kindern das Programm nahezubringen: „Das beginnt schon mit der Anlieferung. Hier sind aus jeder Klasse zwei Kinder beauftragt, die Boxen mit dem Obst und Gemüse vom Schulhof in ihre Klasse zu bringen. Dort schneiden wir die Früchte und essen sie gemeinsam auf. Die Informationen des Fruchthändlers kommen auf ein vorbereitetes Plakat, das in jedem Klassenzimmer hängt. Die Lehrer können dann fächerübergreifend über die Früchte der Woche mit den Kindern sprechen.“ Positiv stellen beide heraus, dass die Früchte kostenfrei verteilt werden und aufwändige Abstimmungen wegen Elternbeiträgen entfallen. Einhellig begrüßen die beiden Verantwortlichen, dass nicht jeden Tag eine Lieferung erfolgt. „Die Eltern sind so weiterhin in der Verantwortung für die Pausenverpflegung ihrer Kinder“, so Frankmann-Mendonca. Und Thrun ergänzt, dass die aufwändige Zubereitung in der Klasse bei einer täglichen Lieferung nicht mehr möglich sei. Diese jedoch sei wichtig, um die Schüler an das Thema heranzuführen und ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Und dies sei wichtig, damit alle Kinder zugreifen und möglichst viel probieren.

Professionelle Organisation der Lieferungen erforderlich

Auch die beiden mit der Lieferung der Früchte beauftragten Unternehmen sind mit dem bisherigen Ablauf mehr als zufrieden. „Wir haben in die organisatorische Vorbereitung viel Zeit investiert und das zahlt sich jetzt aus“, erläutert Werner Theis, Geschäftsführer der Firma Frischgemüse Theis in Hochstadt: „Bislang gab es keine Beschwerden seitens der Schulen, die ausgearbeiteten Routen sind gut zu bewältigen, die Übergabe an die Verantwortlichen in den Schulen läuft reibungslos. Als Fruchthändler freut uns besonders, dass es bislang noch keine einzige Retoure gab, das spricht für die Qualität der Ware und die Akzeptanz des Programms bei den Schülerinnen und Schülern.“ Diese Erfahrungen teilt das Schulobstlieferteam der Firma Fruchthansa, das mit der Betreuung und Anlieferung  an die  Schulen der Nordpfalz beauftragt ist. Der mit der Koordination beauftragten Eveline Praetorius von der Firma P.E.DOS wurde berichtet, die Fahrer würden schon erwartet und die Kinder seien gespannt, welche Früchte kämen. Sicherlich könne daran gearbeitet werden, nach dieser gelungenen Startphase mehr Schulen in das Programm aufzunehmen und bei Bedarf die Lieferhäufigkeit zu erhöhen.

Als Garanten für einen langfristigen Erfolg des Programms sehen die Fruchthandelsunternehmen neben der Qualität der Ware die Service- und Dienstleistungsbereitschaft der beauftragten Unternehmen.

Landwirtschaftsministerium: Viele positive Rückmeldungen

Peter Hardt, der verantwortliche Referent des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministeriums beurteilt die Startphase des EU-Schulobstprogramms ebenfalls als gelungen: „Die Rückmeldungen aller Beteiligten sind überwiegend positiv. Das besondere Engagement der beiden Unternehmen, mit denen wir bei der Belieferung zusammenarbeiten wird gewürdigt und die Vielfalt des Angebots begrüßt. Wichtig ist uns dabei, dass beide Unternehmen in möglichst großem Umfang mit Obst- und Gemüseerzeugern aus der Region zusammenarbeiten. Darauf werden wir auch in Zukunft besonderen Wert legen“. Eine Ausweitung des Programms auf weiterführende Schulen oder hin zu häufigeren Lieferungen sei aus heutiger Sicht allerdings nur schwer möglich. „Das Land Rheinland-Pfalz geht bereits jetzt mit dem Programm für alle Grund- und Förderschulen große finanzielle Verpflichtungen ein. Zudem fehlen in den meisten weiterführenden Schulen wichtige organisatorische Voraussetzungen wie das gemeinsame Frühstück, um dort eine vergleichsweise reibungslose Umsetzung des Programms zu erlauben“, erläutert Hardt. Gut gelungen ist aus seiner Sicht die Verteilung der Verpflichtungen zwischen Land, Lieferanten und Schulen: „Unser Ziel war es, die Schulen in möglichst geringem Umfang mit bürokratischen Verpflichtungen zu belasten. Dies ist weitgehend gelungen. Die wesentlichen Aufgaben bei der administrativen Umsetzung liegen bei den Lieferanten und der zuständigen Landesbehörde.“ Diese Entlastung wissen auch die Schulen zu schätzen, die sich ganz der eigentlichen Zielsetzung des Programms widmen können: Den Kindern die Vorteile einer obst- und gemüsereichen Ernährung nahe zu bringen. „Wenn wir hören, dass mehr Eltern ihren Kindern Obst und Gemüse in die Schule mitgeben, bestätigt das den Ansatz unserer von der EU und dem Bundesernährungsministerium unterstützten Kampagne, dass sich das Ernährungsverhalten verändern lässt, wenn attraktive Angebote an Obst und Gemüse verfügbar sind. Und genau da müssen wir weitermachen, in so vielen Schulen wie nur möglich“, so Huss.

 

Anmerkung für die Redaktionen:
Informationen über das vom BMELV beauftragte Pilotprojekt Schulfrucht und über den Stand der Einführung des EU-Schulobstprogramms in Deutschland gibt es unter www.5amtag-schulfrucht.de.