Pressemitteilung

EU-Schulobstprogramm startet in sechs Bundesländern


Trotz schwieriger Haushaltslage haben sich sechs Bundesländer dafür entschieden, in 2010 mit dem EU-Schulobstprogramm zu starten. Bis zu 20 Millionen Euro stehen für Deutschland  in Brüssel hierfür bereit. „Für die 5 am Tag-Kampagne ist die Einführung von Schulfruchtprogrammen von großer Bedeutung. Wir machen uns seit mehr als drei Jahren dafür stark und werden es auch in Zukunft tun. Das von ‚5 am Tag’ durchgeführte Pilotprojekt zeigt: Schulfruchtprogramme sind einfach einzuführen und umzusetzen. Und sie werden von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen“, unterstreicht Helmuth M. Huss, Sprecher des Vorstands des 5 am Tag e.V.

Mit unterschiedlichen Modellen gehen nach dem Saarland, das das Programm bereits erfolgreich eingeführt hat, noch in diesem Schuljahr fünf weitere Bundesländer mit dem EU-Schulobstprogramm an den Start: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen steigen aktiv in eine bessere Versorgung von Schulkindern mit Obst und Gemüse ein. Sachsen-Anhalt plant, im Herbst mit Beginn des neuen Schuljahres in das EU-Schulobstprogramm zu starten.

Langfristig wird sich diese Investition auszahlen: Das im Rahmen von Schulfruchtprogrammen vermittelte Ernährungswissen ist prägend für das Ernährungsverhalten der heutigen Kinder als Erwachsene. Insbesondere angesichts der demografischen Entwicklung hat die Entscheidung „pro Schulfrucht“ eine wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung. Dass einige der Länder angesichts leerer Kassen nach Möglichkeiten suchen, für die Finanzierung Partner aus der Wirtschaft oder Elternschaft zu gewinnen, ist legitim.

Die Bundesländer, die aus dem EU-Schulobstprogramm trotz anfänglicher Zusage ausgestiegen sind, sollten insbesondere gegenüber den Eltern begründen, ob die bürokratischen Hürden in der EU-Verordnung oder in den von den Ländern selbst gewählten Verfahren der Umsetzung liegen.

Die Eltern und Schüler sind aufgerufen, sich für die Einführung von Schulfruchtprogrammen in ihrer Schule stark zu machen. Schließlich ist es kaum nachzuvollziehen, warum ausgerechnet in Deutschland, dem größten Nettozahler der EU, Teile der Schülerschaft von Schulfruchtprogrammen ausgeschlossen werden, während in fast allen anderen EU-Ländern solche Programme bereits eingeführt sind oder im Laufe des Jahres starten. Für die 5 am Tag-Kampagne, die aus Mitteln der Europäischen Union und des Bundesernährungsministeriums gefördert wird, steht das Thema Schulfruchtprogramme weiterhin ganz oben auf der Agenda.