Pressemitteilung

Fünf Portionen Obst und Gemüse trotz Fruchtzucker-Unverträglichkeit: Wenn der Magen grummelt, ist Gemüse eine Alternative


Wenn nach dem Genuss von Obst, Trockenfrüchten oder Fruchtsäften der Magen grummelt, kann es sich um eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Fructose-Malabsorption) handeln: Der Darm kann in diesem Fall den in den genannten Lebensmitteln enthaltenen Fruchtzucker (Fructose) nicht richtig verarbeiten. Folgen sind Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit oder Blähungen. Mit einer etwas veränderten Ernährung ist diese Unverträglichkeit gut in Schach zu halten. Damit der Körper gut mit wichtigen Nährstoffen aus Obst und Gemüse versorgt ist, sollten Betroffene häufiger zu Gemüse zu greifen.

Hierzulande wird Fruchtzucker schätzungsweise von einem Drittel der Erwachsenen und zwei von drei Kindern nicht gut vertragen. „Eine mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmte Ernährungsumstellung erhöht die Verträglichkeit von Fruchtzucker. Das ist wichtig, denn eine fructosefreie Ernährung schränkt die Lebensmittelauswahl stark ein. Zudem wird der Körper nicht ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt“, erläutert Dr. Helmut Oberritter von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.

Was viele nicht wissen: Nicht nur frisches Obst und obsthaltige Produkte enthalten Fruchtzucker. Auch Limonaden, Cola- und Wellnessgetränke, Honig, Back- und Süßwaren, Speiseeis, Müsliriegel, Cerealienmischungen, Milchprodukte mit Früchten oder Säfte enthalten viel Fruchtzucker. Für alle Betroffenen lohnt sich somit bei verarbeiteten Produkten ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe.

Vom Verdacht zur Gewissheit: Ein Arztbesuch lohnt!

Wer nach dem Verzehr von fruchtzuckerhaltigen Lebensmitteln häufiger unter Beschwerden leidet, sollte seinen Verdacht mit einem Arzt besprechen. Mit dem sogenannten Wasserstoff-Atemtest und einem über mehrere Tage geführten Ernährungs- und Symptomprotokoll kann eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit heute gut diagnostiziert werden.

Beschwerdefrei in drei Schritten

Mit der Diagnose „Fructose-Malabsorption“ startet dann die Behandlung. Zunächst gilt es dabei festzustellen, wie viel Fruchtzucker der Betroffene vertragen kann. Dies geschieht in drei Schritten: In einem ersten Schritt wird die Fruchtzuckerzufuhr stark eingeschränkt. Wichtig: Auch Haushaltszucker und gängige Zuckeraustauschstoffe wie die sogenannten Zuckeralkohole (z. B. Sorbit) sollten in dieser Phase gemieden werden. „Eine vollwertige Ernährung ist dennoch möglich, schließlich sind viele Produkte wie die meisten Gemüse, Getreideprodukte, ungezuckerte und nicht mit Fruchtzusätzen angereicherte Milchprodukte gut verträglich“, so Oberritter weiter.

In der zweiten Phase erproben die Betroffenen die für sie verträgliche Menge an Fruchtzucker. Hierzu werden nach und nach Früchte und andere fruchtzuckerhaltige Lebensmittel in den täglichen Speiseplan aufgenommen.

In der dritten Phase ist es möglich, zu einer normalen Ernährung überzugehen. Um auf die von der 5 am Tag-Kampagne empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu kommen, kann Obst durch Gemüse ersetzt werden. Leckere Gemüse- und Salatrezepte der von der Europäischen Union geförderten Kampagne sind zu finden auf www.machmit-5amtag.de. Mehr Informationen zur Fruchtzuckerunverträglichkeit gibt es in der Broschüre „Essen und Trinken bei Fructosemalabsorption“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Sie kann unter www.dge-medienservice.de bestellt werden.