Pressemitteilung

Hoher Obst- und Gemüseverzehr gehört zu gesundem Lebensstil


Der tägliche Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse ist wesentlicher Teil eines gesunden Lebensstils: Eine obst- und gemüsereiche Ernährung kann das Risiko verringern, an bestimmten Krebsformen und Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kam ein Expertentreffen am 21. Februar 2005 in Frankfurt, zu dem die Deutsche Krebsgesellschaft renommierte Mediziner und Ernährungswissenschaftler eingeladen hatte. „Ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse kann das Risiko bestimmter Erkrankungen verringern“, fasst Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) das Ergebnis des Expertentreffens zusammen und weiter: „Auch wenn eine obst- und gemüsereiche Ernährung nur ein Faktor von vielen ist, weisen zahlreiche wissenschaftliche Studien eindrucksvoll die positiven Wirkungen einer Ernährung mit hohem Konsum von Obst und Gemüse auf den menschlichen Organismus nach.“ Angesichts der derzeitigen Studienlage sieht sich auch die Deutsche Krebsgesellschaft in ihrer Unterstützung der 5 am Tag-Kampagne und deren Botschaft, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst zu essen, bestärkt.

Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der EPIC-Studie, einer großen europäischen Kohorten-Studie mit mehr  als 500.000 Teilnehmern, haben dazu beigetragen, das Wissen über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Erkrankungsrisiken bestimmter  Krebslokalisationen zu präzisieren, um so zu eindeutigeren Ernährungsempfehlungen zu kommen. „Für Speiseröhren-, Lungen- und Dickdarmkrebs ist beispielsweise ein Risiko senkender Effekt durch den täglichen Verzehr von ausreichend Obst und Gemüse als wahrscheinlich anzunehmen“, erläutert Professor Dr. Wolfgang Scheppach vom Klinikum der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Jedoch könnten diese Ergebnisse nicht auf alle anderen Krebsformen übertragen werden. So bestätigte eine jüngst veröffentlichte Studie über den Zusammenhang eines hohen Obst- und Gemüseverzehrs und der Verringerung des Brustkrebsrisikos frühere Erkenntnisse, die einen Risiko senkenden Effekt nicht nachweisen konnten.

Übereinstimmend unterstrichen die anwesenden Wissenschaftler die Notwendigkeit, die Bevölkerung über die verschiedenen Facetten eines gesunden Lebensstils zu informieren. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln stehe im Mittelpunkt eines solches Ernährungsstils, betonen Wissenschaftler wie Dr. Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, Dr. Jann Arends von der Klinik für Tumorbiologie, Freiburg und Dr. Gudrun Zürcher  von der Universitätsklinik Freiburg. Aber auch Faktoren wie eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, Vermeidung von Übergewicht, Verzicht auf Rauchen und Einschränkung des Alkoholkonsums seien wichtig, um das Risiko für die häufigsten Zivilisationskrankheiten zu senken. 

„Auch wenn nach der jetzigen Datenlage das Risiko mindernde Potenzial des Obst- und Gemüseverzehrs auf bestimmte Krebsformen beschränkt ist, muss man jeden ermutigen, viel Gemüse und Obst zu verzehren: Insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen gesicherte Ergebnisse für einen protektiven Effekt eines hohen Gemüse- und Obstverzehrs vor – und genau diese Erkrankungen verursachen hierzulande die meisten Todesfälle“, erläutert Professor Dr. Gerhard Rechkemmer von der Technischen Universität München. In dieselbe Kerbe schlägt Professor Dr. Stephan Bischoff von der Universität Hohenheim: „Das Frappierende in Punkto Obst und Gemüse ist doch, dass die uns vorliegenden Studienergebnisse eine Risiko senkende Wirkung bei sehr verschiedenen ‚Zivilisationskrankheiten’ belegen. Warum also nicht zu Obst und Gemüse greifen, die keine gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen haben und so die positiven Effekte auf die Gesundheit mitnehmen – zumal Gemüse und Obst lecker schmecken, so dass auch der Genuss nicht zu kurz kommt?“ 

Die 5 am Tag-Kampagne macht sich für einen täglichen Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse – das entspricht einer Menge von ca. 625 Gramm – stark. Die Kampagne wird unter anderem aus Mitteln der Europäischen Gemeinschaft finanziert.

Anmerkungen für die Redaktionen:
An dem Expertentreffen nahmen folgende Wissenschaftler teil (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Dr. Jann Arends,  Universität Freiburg
  • Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski, Universität Hohenheim
  • Prof. Dr. Stephan Bischoff, Universität Hohenheim
  • Dr. Margret Büning-Fesel, aid Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., Bonn
  • Prof. Dr. Heiner Boeing, Deutsches Institut für Ernährung, Potsdam-   Rehbrücke
  • Dr. Ute Gola, Institut für Ernährung und Prävention, Berlin
  • PD Dr. Jakob Linseisen, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Prof. Dr. Herbert Lochs, Charité Berlin
  • Dr. Helmut Oberritter, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Bonn
  • Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer, Technische Universität München
  • Prof. Dr. Wolfgang Scheppach, Universitätsklinik Würzburg
  • PD Dr. Bernhard Watzl, Bundesinstitut für Ernährung und Lebensmittel,    Karlsruhe
  • Dr. Gudrun Zürcher, Universität Freiburg