Der Mythos um das Königsgemüse

Auch heute noch ist Spargel ein bisschen wie Luxus. Kein anderes Gemüse schmückt sich mit Bezeichnungen wie „Königsgemüse“ oder „Weißes Gold“ und deutscher Spargel ist der teuerste in ganz Europa. Dennoch ist gerade der Bleichspargel äußerst belieb. Doch woran liegt das eigentlich?

In der Vergangenheit wurde Spargel als Aphrodisiakum und als Wundermittel gegen Krankheiten gepriesen – vielleicht auch deshalb, weil Spargel früher nur für die Tafel bei Hofe bestimmt war. Wunder verbringt Spargel freilich nicht, auch wenn er reichlich mit Vitaminen und Mineralstoffen ausgestattet ist und uns mit nur 18 kcal pro 100 g bedenkenlosen Genuss verspricht.

Ein anderer Grund könnte sein: Die Saison ist kurz und im Gegensatz zu anderen Gemüsen kann auf einem Spargelfeld nach der Ernte kein weiteres Gemüse angebaut werden. Die Spargelpflanze ist nämlich eine Staude, aus dessen Wurzelstock in jedem Frühjahr neue Sprossen austreiben. Sie benötigt mildes Klima und feinen, sandigen Boden auf einer Humus-Schicht sowie genügend Abstand zwischen den Reihen. Geerntet wird meist erst nach 2-3 Jahren, doch mit 8-10 Jahren ist die Pflanze schon wieder zu alt. Damit in jedem Jahr wieder geerntet werden kann, muss bereits ein weiteres Feld vorbereitet sein. Deshalb ist Spargel auch das Gemüse mit der größten Anbaufläche in Deutschland.

Dazu kommt: Die Ernte ist nach wie vor mühsame Handarbeit. Im Gegensatz zum grünen Spargel, der nicht unter einem Damm aus Erde versteckt ist, ist, muss beim Bleichspargel auch heute noch jede Stange einzeln mit der Hand gestochen werden. Überall wo ein Spargelkopf durch den Boden bricht, wird die Stange freigelegt und mit einem speziellen Werkzeug auf ca. 20-22 cm Länge abgestochen. Das entstandene Loch wird geschlossen und der Damm wieder sorgfältig geglättet.

Wie fast jedes Gemüse schmeckt Spargel ganz frisch am besten – idealerweise morgens gestochen und mittags gegessen. Als hochwertig gelten besonders gerade Stangen mit einer Dicke von 16-26 mm. Doch auch die günstigeren dünnen, dicken oder leicht gekrümmten sind genauso gut und lecker. Wie man frischen Spargel erkennt und lagert, erfahren Sie übrigens in unserem Saisontipp. Und mit dem richtigen Rezept – ob mit Butter, Hollandaise oder mit Pasta – steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

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