Erfolgsprogramm mit Hindernissen

Nach dem Schuljahr ist vor dem Schuljahr: die Vorbereitungen für das EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch laufen auf Hochtouren und mit Beginn des neuen Schuljahres werden erstmals zwölf Bundesländer den Kindern kostenloses Schulobst zur Verfügung stellen (hier dazu mehr). Das freut uns natürlich, denn 5 am Tag hat sich lange dafür stark gemacht, dass möglichst viele Grundschüler in Deutschland in diesen Genuss kommen.

Nun hat die EU die bisherigen Programme für Schulobst und -gemüse und für Schulmilch zusammengelegt und stellt Deutschland damit mindestens 30 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung – ca. 20 Mio. Euro für Schulobst und knapp 10 Mio. für Schulmilch. Das erleichtert natürlich die Umsetzung und ist generell gut so, denn das Schulobstprogramm hat sich als Erfolgsgeschichte im Alltag vieler Schülerinnen und Schüler etabliert. Es sorgt für zusätzliche Portionen Obst und Gemüse, vermehrt durch begleitende pädagogische Maßnahmen das Wissen über gesunde Ernährung und prägt so gute Ernährungsgewohnheiten von klein auf.

Neu ist: Zur Finanzierung mussten die Länder bisher einen Eigenanteil zur aufbringen. Dieser ist nun – bis auf die Mehrwertsteuer, die von der EU nicht erstattet wird - nicht mehr notwendig. Das ist einerseits erfreulich, denn so wurde die Schwelle für die Beteiligung einiger bisher abseitsstehender Bundesländer gesenkt und statt 9 Bundesländern beteiligen sich nun zwölf. Doch da sich der von der EU zur Verfügung gestellte Betrag nicht verändert hat, werden die Gelder für Schulobst auf mehr Bundesländer aufgeteilt. Dies und die Befreiung von der Kofinanzierungspflicht birgt nun die Gefahr, dass in einigen Bundesländern weniger Mittel als bisher für das Schulobst zur Verfügung gestellt werden. Der Ansturm an Bewerbungen von Seiten der Schulen ist jedoch ungebrochen.

Wir von 5 am Tag möchten deshalb an alle Bundesländer appellieren, durch ausreichende Eigenmittel dafür zu sorgen, dass die Versorgung der Kinder mit Obst und Gemüse nicht zurückgeht. Im Gegenteil: Wir sind der Meinung, dass sich gerade jetzt die Gelegenheit bietet und die Situation genutzt werden sollte, um noch erheblich mehr Schulen in dieses Programm für gesunde und leckere Ernährung einzubeziehen.

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